4: Flexible License Manager (FLM) verwenden

Überblick der Lizenzbegriffe

   Dedizierte Lizenz
   Verteilte Lizenz
   Lizenzdatenbank
   Lizenzmanager
   Cadra Flexible License Manager (FLM)

Verteilte Lizenz auf einer UNIX Plattform aktivieren
Korrektes Netzwerk-Setup auf der Windows-Plattform
FLM-Server und die Client Workstation konfigurieren

   Auf der Windows Server-Seite
   Auf der Windows Client-Seite

Flexible License Manager als Windows NT Service ausführen
FLM-Service installieren

   FLM-Service installieren
   Installation des FLM-Service bestätigen

FLM-Service von Startup-Status auf manuell umschalten
Aktiven Status im FLM-Service steuern

   FLM-Service stoppen
   FLM-Service neustarten
   FLM-Service unterbrechen
   FLM-Service fortsetzen
   FLM-Service entfernen

Überblick der Lizenzbegriffe

Dedizierte Lizenz

Im einfachsten Falle ist eine Software-Lizenz auf eine einzige Workstation beschränkt. Ein Server verwaltet nicht den Zugriff auf die Anwendung, für die die Lizenz gilt.

Die Anwendung startet, reserviert die dedizierte Kopie der Lizenzdatenbank und prüft, ob eine Lizenz auf dieser spezifischen Workstation für das gewünschte Software-Produkt vorhanden ist.

Verteilte Lizenz

In manchen Fällen soll eine Lizenz von mehreren Benutzern einer Anwendung gemeinsam benutzt werden. In dem Falle muß ein Programm am Server gestartet werden, um die Lizenzdatenbank zu verwalten.

Wenn eine Anwendung mit verteilten Lizenzen ausgeführt wird und keine dedizierte Lizenz für die gewünschten Software-Funktionen findet, stellt sie automatisch eine Verbindung zum Lizenzmanager her und fordert die notwendige Funktion an.

Verteilte Lizenzen schränken meistens die Anzahl der Systeme ein, die gleichzeitig auf ein Softwarepakt zugreifen können.

Lizenzdatenbank

Die Lizenzdatenbank ist eine Textdatei mit einer Liste der lizensierten Software-Produkte. Die Textdatei wird durch die Cadra Lizenzoption im Cadra Setup-Programm erstellt und editiert.

Die Lizenzdatenbank enthält eine Liste mit allen Software-Produkten (z.B. Cadra) und Features (wie z.B. IGES und Autogeometry), die für ein Anwendungsprogramm verfügbar sind, bei dem flexible Lizensierung verwendet wird. Meistens wird innerhalb jedes Feature-Satzes ein Verfallsdatum und eine Sitzungsbegrenzung angegeben.

Ferner enthält jede Lizenz einen Schlüssel, der die Lizenzeinzelheiten mit einer Host-ID, die im Netzwerk eindeutig ist, codiert. Die ID spezifiziert die Computer im Netzwerk, die diese Lizenz benutzen dürfen.

Innerhalb einer einzigen Lizenzdatenbank können sich Lizenzen befinden, die nur für eine einzige Workstation im Netzwerk verfügbar sind, sowie Lizenzen, die für jeden Netzwerkknoten verfügbar sind. Im letzteren Falle ist der Lizenzmanagerprozess dafür zuständig auszusortieren, welche Lizenzen verfügbar und welche reserviert sind. Der Server kann auch Berichte über die Lizenzen erstellen, die in Gebrauch und welche verfügbar sind.

Lizenzmanager

Der Lizenzmanager ist eine Aufgabe, die im Hintergrund läuft und einen verteilten Service auf der Workstation erstellt, auf der er läuft. Der Service wird von anderen Workstationen am Netzwerk dazu verwendet, Anforderungen an die gemeinsame Lizenzdatenbank zu stellen.

Ein Anwendungsprogramm hat nur Zugriff auf dedizierte Lizenzen, während der Server nur Zugriff auf verteilte Lizenzen hat. Beide Lizenzarten können jedoch in derselben Lizenzdatenbank koexistieren. Die dedizierten Lizenzen werden von der Host-ID des einzelnen Systems verschlüsselt, für das es gedacht ist, während verteilte Lizenzen von der Host-ID der Workstation verschlüsselt werden, auf der das Lizenzmanagerprogramm läuft.

Cadra Flexible License Manager (FLM)

Der Flexible Lizenzmanager (FLM) ist ein gesondert lizensiertes Software-Produkt, das den Umfang einer verteilten Lizenz erweitert. Normalerweise kann eine verteilte Lizenz nur unter den Anwendern gemeinsam benutzt werden, die an derselben CPU angeschlossen sind. Dies umfaßt Anwender von Fernanzeigen.

Wenn einem Lizenzserver eine FLM-Lizenz zugeteilt wurde, können alle Lizenzen, über die er verfügt, von mehreren Workstations am selben Netzwerk gemeinsam benutzt werden. Die FLM-Lizenz ist eine dedizierte Lizenz für die Workstation, auf der der Lizenzmanager läuft.

Verteilte Lizenz auf einer UNIX Plattform aktivieren

Zum Aktivieren einer verteilten Lizenz müssen Sie Cadra schließen und den Floating License Manager (FLM)-Server starten:

  1. Beenden Sie Cadra:
  2. Wählen Sie Datei.
    Wählen Sie Cadra Beenden.
    Wählen Sie Auswahl zur Bestätigung, daß Sie Cadra wirklich beenden möchten.

  3. Kehren Sie zu dem Verzeichnis zurück, in dem Cadra installiert ist.


  4. Führen Sie folgenden Befehl aus:
  5. ./bin/flm_server >flm.log

Dies startet den FLM-Server; über diesen können Sie die verteilten Lizenz(en) verwenden.

Im Rest dieses Kapitel wird der Einsatz von FLM auf der Windows-Plattform beschrieben.

Korrektes Netzwerk-Setup auf der Windows-Plattform

Bevor Sie den FLM verwenden können, prüfen Sie durch den folgenden Vorgang, ob Ihr Netzwerk richtig eingerichtet ist. Es folgt eine Cadra Telnet Prüfliste für Windows. Es müssen:

FLM-Server und die Client Workstation konfigurieren

Es sind zwei Vorgänge zum Konfigurieren des FLM-Servers und der Client Workstation notwendig:

Auf der Windows Server-Seite

  1. Installieren Sie die Lizenz anhand der PAL für verteilte Lizenzen, wobei Cadra aktiviert ist. Dies umfaßt Servernamen, Anzahl der lizensierten Cadra-Kopien und Cadra-Optionen.


  2. Speichern Sie Ihre Lizenz ab und beenden Sie Cadra.


  3. Auf einem Window 95 Server führen Sie FLMSERVE.EXE im Windows Explorer aus.
  4. Oder führen Sie auf einem Windows NT Server FLMSERVE.EXE am MS-DOS Prompt aus. Es sollte sich ein Fenster öffnen, in dem der FLM-Server läuft.

Auf der Windows Client-Seite

  1. Prüfen Sie, ob eine NLS.TXT Datei folgende Anweisung enthält. (Client Workstation sollte eine NLS.TXT Datei enthalten.)
  2. primary [servername]

  3. Prüfen Sie, ob sich die NLS.TXT Datei im Cadra Verzeichnis (z.B. C:\CADRA) befindet.

Flexible License Manager als Windows NT Service ausführen

FLM kann als Windows NT Service laufen. Sobald das Programm FLM auf einer Maschine installiert ist, kann es laufen, egal ob die Maschine angemeldet ist oder nicht. Die Maschine muß nur gestartet sein.

Vor der Installation müssen bestimmte Umgebungsvariablen eingerichtet sein. Diese Variablen müssen in CADRA.INI definiert sein, das auf derselben Maschine wie der FLM-Service (meistens im Verzeichnis \WINNT) resident sein muß. Stellen Sie folgende Variablen in CADRA.INI ein:

 Variable

Beschreibung

ADRA_NLS

Teilt FLM mit, wo er nach der Datei mit den Lizenzinformationen für den Installationsort suchen soll. Angenommen, eine Lizenzdatei heißt NLS.TXT und befindet sich in C:\ CADRA. Fügen Sie folgende Zeile in CADRA.INI ein:

ADRA_NLS=C:\CADRA\NLS.TXT

Standardmäßig wird dieser Wert bei der Installation auf %CADRA%\nls.txt eingestellt.

ADRA_NLS_LOG

Spezifiziert, wo eine Logdatei geöffnet werden soll, in der FLM Ausgabemeldungen, Verbindungen, Lizenzerteilung und –ablehnung, Lizenzzeitüberschritt und Trennen gespeichert werden. Diese Informationen erscheinen meistens im FLM-Fenster; es wird jedoch kein FLM-Service angezeigt. Es ist daher eine Logdatei notwendig, wenn der Anwender die FLM-Ausgabe einsehen möchte.

Angenommen, eine Logdatei soll c:\ flm\ flmservice.log sein, geben Sie die folgende Zeile in CADRA.INI ein:

ADRA_NLS_LOG=c:\flm\flmservice.log

Standardmäßig wird dieser Wert bei der Installation auf %CADRA%\flmservice.log eingestellt.

Wenn ADRA_NLS_LOG nicht eingestellt ist, versucht der FLM-Service flmservice.log in dem Verzeichnis, das in der CADRA Umgebungsvariablen spezifiziert wurde (auch in CADRA.INI), zu öffnen. Schlägt dies fehl, werden keine Informationen vom FLM ausgegeben.

Beim Einrichten von ADRA_NLS bitte sicherstellen, daß Sie die nötigen Berechtigungen zum Erstellen und Schreiben in einer Datei in diesem Verzeichnis besitzen.

ADRA_NLS_TIMEOUT

Stellt den Zeitüberschreitungswert für die FLM-Lizenz in Minuten ein. Angenommen, der gewünschte Zeitüberschreitungswert ist 2 Stunden (120 Minuten), fügen Sie folgende Zeile in CADRA.INI ein:

ADRA_NLS_TIMEOUT=12O

Standardmäßig wird dieser Wert bei der Installation auf 60 Minuten eingestellt.

ADRA_NLS_LICENSE_TIMEOUT

Stellt den Zeitüberschreitungswert für einzelne FLM-Lizenzfeatures in Minuten ein. Angenommen, der gewünschte Zeitüberschreitungswert ist 10 Minuten, fügen Sie folgende Zeile in CADRA.INI ein:

ADRA_NLS_LICENSE_TIMEOUT=1O

Standardmäßig wird dieser Wert bei der Installation nicht eingetragen.

ADRA_NLS_DEBUG=ON

Ermöglicht die genauere Analyse der Kommunikation der CADRA-Clients mit dem FLM-Lizenz-Server.

ACHTUNG:
Dieser Eintrag in CADRA.INI bewirkt eine höchst detaillierte Logdatei. Für den täglichen Betrieb nicht zu empfehlen (Dateigröße)!



FLM-Service installieren

Der FLM-Service ist ein selbstinstallierendes/-steuerndes Programm in der ausführbaren Datei, flmservc.exe. Damit er wie ein Windows NT Service funktionieren kann, muß der FLM-Service in der Windows NT Service Control Manager Datenbank installiert werden.

Hinweis: Die Installation erfordert Administrator-Berechtigungen.

FLM-Service installieren

Zum Installieren des FLM-Service, geben Sie ein:

flmservc install <voller Pfadname von flmservc.exe>

Angenommen, flmservc.exe wird in c:\cadra\bin installiert. Stellen Sie das aktuelle Verzeichnis auf c:\cadra\bin ein und geben Sie folgendes ein:

flmservc install C:\cadra\bin\flmservc.exe

Hinweis: Wegen einer bekannten Beschränkung müssen Sie für den Buchstaben des Laufwerks Großschreibung verwenden.

Installation des FLM-Service bestätigen

Der FLM-Service wird in der Service Control Manager Datenbank installiert und gestartet. Zur Bestätigung:

  1. Öffnen Sie die Windows Systemsteuerung.


  2. Doppelklicken Sie auf dem Symbol Services.


  3. Durchblättern Sie die Liste der Services, bis Sie den Service FLM Lizenz-Server finden.


  4. Prüfen, Sie, ob das Statusfeld auf Started eingestellt ist.


  5. Prüfen Sie, ob das Startup-Feld auf Automatisch eingestellt ist.

FLM-Service von Startup-Status auf manuell umschalten

Der FLM-Service ist standardmäßig als Startup-Service eingestellt. Wenn der FLM-Service installiert ist, sollte er automatisch starten, falls das System ausfällt und dann wieder startet. Der Startup-Status kann auf manuell geändert werden; dabei ist jedoch erforderlich, daß Sie sich nach dem Systemstart anmelden und den FLM-Server manuell starten.

Zum Umschalten des FLM-Service Startup-Status auf manuell:

  1. Öffnen Sie die Windows Systemsteuerung.


  2. Doppelklicken Sie auf dem Symbol für Services.


  3. Durchblättern Sie die Liste der Services und wählen Sie den FLM-Lizenzserver.


  4. Klicken Sie auf Startup.


  5. Wählen Sie den Modus Manual startup aus.

Beim Starten dauert es einige Sekunden, bis alle installierten Services starten. Selbst wenn das Windows NT Logo schon erscheint, wurden vielleicht noch nicht alle FLM-Service gestartet oder warten noch darauf, gestartet zu werden. Geben Sie dem System einige Sekunden Zeit zu starten, bevor Sie auf den FLM-Service zugreifen.

Aktiven Status im FLM-Service steuern

Wenn der FLM-Service installiert ist, kann sein aktiver Status auf mehrere Weisen gesteuert werden, wie unten beschrieben wird. Administrator-Berechtigungen sind für folgenden Zugriff erforderlich.

FLM-Service stoppen

  1. Öffnen Sie die Windows Systemsteuerung.


  2. Doppelklicken Sie auf dem Symbol für Services.


  3. Durchblättern Sie die Liste der Services und wählen Sie den FLM-Lizenzserver.


  4. Klicken Sie auf Stop.

Eine weitere Methode ist das Ausführen von flmservc.exe mit dem Parameter "stop", z.B. geben Sie das Verzeichnis, das flmservc.exe enthält, als aktuelles Verzeichnis ein und schreiben Sie:

flmservc stop

FLM-Service neustarten

  1. Öffnen Sie die Windows Systemsteuerung.


  2. Doppelklicken Sie auf dem Symbol für Services.


  3. Durchblättern Sie die Liste der Services und wählen Sie den FLM-Lizenzserver.


  4. Klicken Sie auf Starten.

Eine weitere Methode ist das Ausführen von flmservc.exe mit dem Parameter "start", z.B. geben Sie das Verzeichnis, das flmservc.exe enthält, als aktuelles Verzeichnis ein und schreiben Sie:

flmservc start

FLM-Service unterbrechen

  1. Öffnen Sie die Windows Systemsteuerung.


  2. Doppelklicken Sie auf dem Symbol für Services.


  3. Durchblättern Sie die Liste der Services und wählen Sie den FLM-Lizenzserver.


  4. Klicken Sie auf Pause.

Eine weitere Methode ist das Ausführen von flmservc.exe mit dem Parameter "pause", z.B. geben Sie das Verzeichnis, das flmservc.exe enthält, als aktuelles Verzeichnis ein und schreiben Sie

flmservc pause

FLM-Service fortsetzen

  1. Öffnen Sie die Windows Systemsteuerung.


  2. Doppelklicken Sie auf dem Symbol für Services.


  3. Durchblättern Sie die Liste der Services und wählen Sie den FLM-Lizenzserver.


  4. Klicken Sie auf Continue.

Eine weitere Methode ist das Ausführen von flmservc.exe mit dem Parameter "continue", z.B. geben Sie das Verzeichnis, das flmservc.exe enthält, als aktuelles Verzeichnis ein und schreiben Sie:

flmservc continue

FLM-Service entfernen

Geben Sie beispielsweise das Verzeichnis, das flmservc.exe enthält, als aktuelles Verzeichnis ein und schreiben Sie:

flmservc remove

Hinweis: Durch Entfernen des FLM-Service aus der Service Control Manager Datenbank wird der Service nicht gestoppt, falls er gerade läuft. Der Service läuft weiter, bis er in dem Verfahren Stopping FLM-Service gestoppt wird. Wenn der FLM-Service jedoch aus der Datenbank entfernt wurde und dann gestoppt wird, kann er erst dann wieder gestartet werden, wenn er in der Service Control Manager Datenbank neu installiert wird.